Prof. Dr. Theodor Schmitt

Musikhistorische Vortagsreihen

an der Hochschule München

Wintersemester 2021/22

 

 

Operngenie und Lebenskünstler

 

 

Kinder, schafft Neues!

(Wagner)

Richard Wagner (1813 - 1883) war eine der ­schillerndsten Persönlichkeiten der Musik­geschichte. In seinem Charakter ebenso widersprüchlich wie in seinen zahlreichen theoretischen Schriften und sozialpolitischen Anschauungen, von Tiefschlägen des Lebens hin und her geworfen, gelang es ihm dennoch, ein gewaltiges Opernwerk zu komponieren und dabei eine neue Form der Oper zu schaffen. Bereits zu Lebzeiten waren seine Kompositionen Gegenstand heftiger Kontroversen, noch heute spaltet ihr nationalistisches Pathos die Anhänger der klassischen Musik. Dennoch ist die Genialität seiner musikalischen Ideen und ihr Fortwirken auf spätere Komponisten von kaum zu überschätzender Bedeutung. Seine Einfälle in Melodik, Harmonik und Instrumentierung zählen zu den Höhepunkten der romantischen Musik.

 

Mit seinen Werken zielte Wagner auf eine grundlegende Reform der Oper: weg von der Oper als „kulinarischem Sängerfest“, hin zum integrierten durchkomponierten „Musikdrama“. Sein imaginäres Vorbild war dabei das Drama der Antike, bei dem alle Gestaltungsmittel einer dramatischen Idee untergeordnet waren: Dichtung, Musik, Inszenierung und Bühnenbild – das „Gesamtkunstwerk“, das Wagner am Ende seines Lebens im eigenen Festspielhaus in Bayreuth realisierte.

 

Die Vorlesungsreihe widmet sich einerseits dem faszinierenden Leben Wagners. Sie zeigt seine Entwicklung vom jungen antimonarchistischen Revolutionär bis hin zum Protegé und Spendenempfänger des ­bayerischen Königs Ludwig II. Im Mittelpunkt aber steht die  Erörterung von Wagners Musik und seiner Opern anhand zahlreicher Bild- und Tondokumente sowie durch Interpretationen am Klavier.

 

„Da wird komplexe Musik einfach und spannend erklärt. Toll!” (Soziale Medien)

 

 

Fakultät für Studium Generale
und
Interdisziplinäre Studien